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PFERDE
Artgerechte Unterbringung und Umgang mit einem Sterilisierten Hengst von
 
Bis vor zwei Jahren hielt ich meine niederländische Reitpony Stute namens Cherry und einen Vollblutaraber Hengst namens Esperanto zusammen. Esperanto ist am 18.04.2006 an Typhlocolitis (Colitis X) verstorben. Dies war ein sehr harter Schicksalschlag, da ich eine sehr vertrauensvolle Beziehung zu meinem Pferd aufgebaut hatte.
 
Cherry besitze ich seit Juni 1992 sie wurde im Arpil 1986 geboren und Esperanto war seit Oktober 1999 in meinem Besitz und wurde im März 1999 geboren. Im März 2002 wurde er in der Tierklinik Hochmoor sterilisiert.
 
Seit beginn hielt ich beide Pferde zusammen. Esperanto hatte sehr viel Sozialkontakt zu anderen Pferden gehabt, unter anderem mit gleichaltrigen Junghengsten.
 
Am Anfang wurden keineDeckversuche seitens des Hengstes unternommen, da Araber sehr spätreif sind.
 
Aufgrund einer reiterlichen Weiterbildung bin ich mit Esperanto im Jahre 2001 für einige Zeit in den Raum Hamburg gezogen. Beide Pferde habe ich erst nach der Sterilisation wieder zusammen gestellt. Was auch hinterher keine weiteren Probleme gab.
 
Esperanto war gegenüber anderen Pferden (egal welches Geschlecht) nicht sehr dominant so dass es keine Schwierigkeiten gab ihn mit anderen Pferden in der Gruppe zu halten.
 
Bevor ich die Sterilisation habe durchführen lassen, habe ich diesbzgl. versucht alle Informationen zu bekommen die es gibt, um mir meiner Sache sicher zu sein. Doch es hagelte Proteste von allen Seiten auch ein Gespräch mit Herrn Dr. Helmut Ende brachte mich nicht weiter. Das ständige Argument war, dass der Hengst dann nicht so ruhig und brav sei wie ein kastriertes Pferd und das wenn er dann eine Stute besteigt, könnte es bei der Stute zur Infektionen kommen.
 
Allerdings bedenken die Menschen nicht, dass selbst (wenn auch nicht häufig) ein Wallach Stuten besteigt und somit ebenfalls ein Infektionsrisiko besteht. Somit ist dieses Argument gegen eine Sterilisation hinfällig. Ferner möchte ich noch hinzufügen, dass der „Schlauch“ eines Hengstes gegenüber dem des Wallaches über die sogenannte „Selbstreinigung“ verfügt und daher wesentlich hygienischer und natürlicher ist.
 
Zum Thema Wallache sind ausgeglichener, kann ich auch nur folgendes mitteilen; Wenn der Mensch ein Tier kastriert, dann nur um sich den Umgang mit diesem Tier selber zu erleichtern und nicht dem Tier einen Gefallen damit zu tun, denn welcher Mann möchte schon seine „Hormonballen“ abgenommen bekommen damit ihm sein natürlicher Trieb genommen wird und er sich nicht mehr Mann nennen darf.
Häufig ist es auch so, dass Hengste in Einzelhaft oder sogar hauptsächlich nur in Boxen leben müssen, dann ist es kein Wunder, wenn diese Tiere wesentlich übermütiger sind als andere. 
 
Natürlich ist der Umgang und die Erziehung eines Hengstes etwas schwieriger, aber in den meisten Fällen liegt es an der inkonsequenten Erziehung des Pferdes und Unwissenheit, Angst des Besitzers, somit liegt das Verschulden am Menschen und nicht bei dem Tier. Die inkonsequente Erziehung ist sowieso ein Problem in der deutschen Gesellschaft und das nicht nur bei Tieren.
 
Jeder Hengstliebhaber sieht auf großer Entfernung ob es sich um einen Wallach oder Hengst handelt, denn dieser pure Stolz, die Lebenslust, die geballte Kraft und Schönheit eines naturbelassenen Tieres strahlen weit in die Ferne.
 
Auch meine Stute liebt es von anderen männlichen Pferden umgarnt zu werden. Sie ist dann auch in der Phase der Rossigkeit etwas schwieriger und zickig wie die meisten Stuten. Hoffentlich lassen Stutenbesitzer deshalb nicht auch noch die Gebärmutter der Stute entfernen, damit sie den Stimmungsschwankungen der Rossigkeit nicht mehr ausgesetzt sind.
 
Im Endeffekt habe ich die Sterilisation trotzdem durchführen lassen obwohl die meisten Meinungen dagegen sprachen.
 
Esperanto ist in der Tierklinik Hochmoor sterilisiert worden. Er war vom 24.03.2002 bis zum 02.04.2002 in der Klinik. Die OP wurde am 26.03.02 durchgeführt. Der Aufenthalt dauerte länger als geplant, da Esperanto nach der OP Fieber bekam.
Die Gesamtkosten der Sterilisation betrugen 607,99 €. Esperanto hatte bis zum 19.04.02 Boxenruhe, lediglich spazieren gehen im Schritt war erlaubt.
 
Ansonsten konnte ich keinerlei Wesensveränderungen, Depressionen und Frustrationen feststellen. Er hatte sich charakterlich nicht verändert.
 
Am 01.05.02 habe ich beide Pferde wieder vergesellschaftet. Zunächst gab es eine große Quieckerei, was aber völlig normal ist. Die erste Zeit waren beide mit der Paarung beschäftigt, was anfänglich ebenfalls sehr normal ist. Später hat sich alles „eingependelt“. Im Sommer – wo die Rosse häufiger einsetzt – paarten sich die zwei natürlich häufiger, im Gegensatz zum Winter – wo die Rosse weniger häufig einsetzt – paaren sich beide eher selten. Erkennbar ist der Deckakt eigentlich immer daran, dass bei der Stute am After und im Schweif Verklebungen von Körperflüssigkeiten festzustellen sind. Das ist die etwas unschöne Seite an einer artgerechten Haltung. Bisher ist keine Scheideninfektion bei der Stute aufgetreten.
 
Esperanto ist bereits angeritten und hat absolut keine Schwierigkeiten gemacht auch wenn er fremden Pferden begegnet, ist er stets mit dem kleinen Finger zu händeln. Beide Pferde sind durch die gemeinsame Offenstallhaltung sehr ausgeglichen und friedlich untereinander und auch Menschen gegenüber. Esperanto ist sehr sensibel, was typisch für einen Vollblutaraber ist, er ist etwas zurückhaltend wenn er auf fremde Menschen trifft und möchte diesen erst einmal kennen lernen bevor er sich ihm anvertraut. Zu mir hat er – wiederum typisch für einen Hengst – Blindesvertrauen und ist stets ehrlich.
 
Esperanto hat auch sehr viel Spaß an der Bodenarbeit (Longieren, Doppellonge und Arbeit and der Hand) und ist gierig danach etwas neues zu erlernen.
 
Esperanto lebt nun seit geraumer Zeit mit Cherry zusammen auf einer 1 ½ Hektar großen Weide mit einem Offenstall mit zwei Boxen und einem Holzhäuschen für Sattelzeug und Futter, befestigter Auslauf (Paddockplatten) vor dem Stall, Bachlauf, kleinem Waldstück.
 
Ferner haben wir Dachrinnen mit einem Regentonnensystem verbunden, so das ich dort auch noch einen zusätzlichen Wasservorrat habe und der Regen nicht direkt vom Dach prasselt. Das Stromproblem haben wir mit Autoscheinwerfern und einer Autobatterie gelöst, welche sich problemlos aufladen lässt. Der Weg zum Stromkasten bzw. Stall ist zusätzlich durch kleine Batteriebetriebene Bewegungsmelder beleuchtet. 
 
Beide Pferde stehen auf Strohmehl, was den Vorteil hat nicht zu stauben (Atemwegsfreundlich) und sehr sparsam ist – wenn es richtig eingesetzt wird.
Als Rauhfutter bekommen beide Heurundballen.
Als Kraftfutter biete ich beiden ein ausgewogenes Futter von St. Hippolyt an.
 
Da Cherry an Chronischer-Bronchitis leidet, muss ich mit Staub immer sehr vorsichtig sein. Seitdem sie allerdings im Offenstall steht, habe ich sie nicht einmal husten gehört.
 
Somit haben die Pferde wie im Sommer als auch im Winter Auslauf. Die Weide ist mit einem Holzzaun und Litze eingezäunt und grenzt direkt an einer anderen Pferdekoppel so dass dort wiederum auch noch ein zusätzlicher Kontakt zu anderen Pferden besteht, was bisher keinerlei Probleme bereitet hat.
 
Für Abwechselung im Winter sorgt ein Seil mit einem Lickit-Leckstein und ein an der Wand befestigter Ball mit zwei Lickit-Lecksteinen. Ferner erhalten beide Brot, Möhren und Äpfel und gelegentlich einen Tannenbaum zum knabbern.
 
Es gibt für mich nichts schöneres wenn ich auf oben auf der Wiese stehe und beide Pferde durch Zuruf freudig von der anderen Seite der Wiese voller Freude und Elan angaloppiert kommen.
 
Seid November 2006 lebt der "kleine" Camaro (Geboren 2002) bei uns. Zu beginn war er - wie Andalusier nun mal sind - etwas verrückt mittlerweile macht der süsse sich wirklich sehr gut. Den kleinen Bullemann findet ihr auch auf den Fotos.